Worthington Steel verlängert Annahmefrist für Klöckner-Übernahme

11.03.2026


Der US-amerikanische Stahlkonzern Worthington Steel hat die Bedingungen für die Übernahme des deutschen Stahlhändlers Klöckner & Co angepasst. Ursprünglich hatte Worthington eine Mindestannahmeschwelle von 65 Prozent der Anteile angestrebt, doch nun wurde diese auf 57,5 Prozent gesenkt. Diese strategische Anpassung erfolgte, nachdem Worthington bereits 56,9 Prozent der Anteile erworben hatte. Die Annahmefrist für das Angebot wurde zudem bis zum 26. März verlängert, um den Aktionären mehr Zeit für ihre Entscheidung zu geben.

Klöckner & Co hat im Geschäftsjahr 2025 in einem herausfordernden Marktumfeld eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses erzielt. Das EBITDA vor wesentlichen Sondereffekten stieg auf 171 Millionen Euro, nach 136 Millionen Euro im Vorjahr. Der Absatz konnte leicht auf 4,53 Millionen Tonnen gesteigert werden, während der Konzernumsatz preis- und währungsbedingt auf 6,4 Milliarden Euro zurückging. Das Konzernergebnis verbesserte sich signifikant auf minus 53 Millionen Euro gegenüber minus 176 Millionen Euro im Vorjahr.

Das Übernahmeangebot von Worthington Steel sieht einen attraktiven Angebotspreis von 11,00 Euro je Aktie für alle Klöckner-Aktionäre vor. Worthington betonte, weder den Angebotspreis zu erhöhen noch weitere Änderungen am Übernahmeangebot vorzunehmen. Von den bereits gesicherten 56,9 Prozent der Stimmen stammen 41,5 Prozent von Swoctem, der Gesellschaft, über die Klöckner-Großaktionär Friedhelm Loh seine Anteile verwaltet.

Die Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit belief sich mit 110 Millionen Euro im vierten Jahr in Folge deutlich im positiven Bereich. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 gibt Klöckner & Co einen positiven Ausblick. Der Vorstand schlägt eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie vor, was dem Niveau des Vorjahres entspricht. Die Entwicklung der Übernahme durch Worthington Steel wird von Marktbeobachtern aufmerksam verfolgt, da sie Auswirkungen auf die Struktur des europäischen Stahlhandels haben könnte.

Nach enttäuschendem Wachstum stärkt Henkel Profitabilität und Dividende

14.03.2026


Henkel hat ein weiteres Jahr in einem schwierigen konjunkturellen und geopolitischen Umfeld mit robusten, aber beim Wachstum eher verhaltenen Zahlen abgeschlossen. Der Konzern erzielte einen Umsatz von rund 20,5 Milliarden Euro, belastet durch deutlich negative Wechselkurseffekte. Organisch – also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte – legte der DAX-Konzern um 0,9 Prozent zu und blieb damit unter den Prognosen des Managements und den Erwartungen der Analysten, die mit 1,1 Prozent gerechnet hatten.

Bei der Profitabilität konnte Henkel dagegen zulegen. Das bereinigte betriebliche Ergebnis (EBIT) lag bei rund 3,0 Milliarden Euro. Die bereinigte EBIT-Marge stieg auf 14,8 Prozent und damit um 50 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr, womit der vom Unternehmen angepeilte Korridor von 14,5 bis 15,5 Prozent erreicht wurde. Das Ergebnis je Vorzugsaktie erhöhte sich währungsbereinigt um 4,7 Prozent auf 5,33 Euro. Der Free Cashflow belief sich auf rund 1,9 Milliarden Euro, und der Vorstand schlägt eine Dividendenerhöhung um 1,5 Prozent auf 2,07 Euro je Vorzugsaktie vor.

In den Sparten zeigte sich ein gemischtes Bild. Das Klebstoffgeschäft Adhesives Technologies wuchs organisch um 1,5 Prozent und blieb damit über dem Konzernschnitt, während das Konsumentengeschäft – gebündelt in der Einheit Consumer Brands mit Marken wie Persil, Pril und Pritt – nur um 0,3 Prozent zulegte. Im Schlussquartal kehrte sich dieses Muster um: Consumer Brands verzeichnete ein organisches Wachstum von 4,1 Prozent, Adhesives kam auf 0,9 Prozent, der Konzern insgesamt auf 2,3 Prozent – auch hier blieb Henkel hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Auf Ergebnisebene lag die bereinigte operative Marge von Adhesives mit 16,7 Prozent über dem Konzerndurchschnitt, Consumer Brands kam auf 14,5 Prozent.

Strategisch treibt Henkel seine Wachstumsagenda weiter voran. Der Zusammenschluss der Konsumentengeschäfte wurde schneller als geplant abgeschlossen und soll Effizienzgewinne heben. Jüngste Zukäufe in beiden Unternehmensbereichen sollen das Wachstumspotenzial erhöhen. Für das laufende Jahr stellt der Konzern weiteres Umsatz- und Ergebniswachstum in Aussicht. Auf organischer Basis peilt Henkel eine Erlössteigerung im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich an; das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie soll bei konstanten Wechselkursen im niedrigen bis hoch einstelligen Prozentbereich zulegen. Damit setzt das Management nach einem von Währungseffekten und verhaltenem Volumenwachstum geprägten Jahr klar auf mehr Effizienz, Innovationen und eine stärkere Ertragskraft.