Widersprüchliche Signale im Iran-Konflikt, aber Anleger greifen wieder zu

27.03.2026


Die Aussicht auf eine mögliche Entspannung im Iran-Konflikt hat Europas Aktienmärkte zur Wochenmitte spürbar gestützt. In Frankfurt kehrte der Dax in den ersten Handelsminuten wieder über die Marke von 23.000 Punkten zurück und lag zuletzt 1,6 Prozent im Plus bei 22.995 Zählern. Zuvor war bekannt geworden, dass die US-Regierung dem Iran Medienberichten zufolge einen Plan zur Beendigung des Kriegs übermittelt hat. Parallel dazu fiel der Preis für die Nordseesorte Brent am Mittwoch unter die Marke von 100 US-Dollar.

US-Präsident Donald Trump erklärte, der Iran wolle "unbedingt einen Deal abschließen". Gleichzeitig wies Irans Militärführung Berichte über Verhandlungen für ein Ende des Krieges zurück und kritisierte die US-Regierung scharf. Anleger an den Finanzmärkten sind derartige widersprüchliche Signale mittlerweile gewohnt. Nach einem Ultimatum Trumps am Wochenende war der Dax am Montag zeitweise auf 21.863 Punkte gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit April 2025. Eine Kurznachricht Trumps über angeblich gute Verhandlungen mit Teheran auf seiner Plattform Truth Social trieb den Leitindex im Verlauf desselben Tages jedoch bis auf 23.178 Punkte nach oben, bevor er sich am Dienstag weitgehend seitwärts bewegte.

Am Mittwoch überwog zunächst der Optimismus. Der X-Dax signalisierte vor Handelsbeginn einen rund 0,9 Prozent höheren Start bei 22.850 Punkten. Parallel zum Dax zog der MDax mit den mittelgroßen Werten um 2,2 Prozent auf 28.742 Punkte an. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx verzeichnete Zugewinne von rund anderthalb Prozent. Von dem Rückgang des Ölpreises und der Hoffnung auf eine Abmilderung der konjunkturellen Risiken profitierten vor allem Industrie- und Technologiewerte, die in den vergangenen Wochen stark unter Druck geraten waren.

Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Industrials hatte in den gut vier Wochen seit Ausbruch des Iran-Kriegs rund 14 Prozent verloren, nachdem er zuvor noch Rekordstände erreicht hatte. Nun setzten zahlreiche Titel zu einer Erholung an. Im Dax gehörten Siemens Energy mit einem Tagesplus von etwa 5 Prozent zu den auffälligsten Gewinnern, nachdem die Aktie im Zuge des Konflikts fast ein Fünftel ihres Werts eingebüßt hatte. Im MDax sprangen die Papiere des Spezialchemiekonzerns Lanxess zeitweise um fast 14 Prozent nach oben und bauten damit ihre Erholung vom Tief seit 2009 deutlich aus. Marktteilnehmer werteten die Entwicklung als Gegenbewegung auf die Verluste der vergangenen Wochen – getragen von der Hoffnung, dass ein politischer Durchbruch im Nahen Osten die zuletzt dominierenden Risikoaufschläge an den Märkten verringern könnte.

Newcastle-Krankheit stellt Geflügelbetriebe in Brandenburg vor existenzielle Risiken

27.03.2026


Die Newcastle-Krankheit breitet sich in Brandenburg weiter aus und entwickelt sich zu einem der schwersten Tierseuchenausbrüche in der Geflügelwirtschaft seit Jahrzehnten. Nach Angaben des Agrarministeriums wurden in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Oder-Spree erneut Infektionen in Geflügelbetrieben festgestellt. Insgesamt sind damit 14 Fälle in Brandenburg registriert. Die hoch ansteckende Viruserkrankung betrifft vor allem Vögel und zwingt die Behörden zu massenhaften Keulungen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Bisher mussten in Brandenburg rund 2,1 Millionen Tiere getötet werden. Mit den jüngsten Ausbrüchen kommen mehr als 300.000 weitere Tiere hinzu. Besonders betroffen ist ein Masthähnchenbetrieb im Landkreis Oder-Spree mit etwa 70.000 Tieren, bei denen die Krankheit nach Ministeriumsangaben nachgewiesen wurde. In Dahme-Spreewald wurde die Newcastle-Krankheit in einem bereits betroffenen Unternehmen nun auch in sechs weiteren Stallanlagen mit jeweils rund 40.000 Tieren amtlich festgestellt. Dort sollen rund 240.000 Tiere getötet werden. Ein derart großflächiger Ausbruch wurde in Deutschland zuletzt vor rund 30 Jahren verzeichnet.

Der Landkreis Dahme-Spreewald spricht von einer emotional und wirtschaftlich extrem belastenden Situation. „Die Ereignisse der vergangenen Wochen erschüttern uns alle tief“, heißt es in einer Mitteilung. „Nun jetzt auch den letzten Stall des Geflügelbetriebes in Bestensee aufgeben zu müssen und die Tötung der Tiere anzuordnen, ist ein schwerer und schmerzlicher Schritt für uns alle.“ Der vollständige Befall des Geflügelbestandes durch die Newcastle-Krankheit stelle den Betrieb vor immense wirtschaftliche Herausforderungen. In Dahme-Spreewald allein wurden bislang etwa 1,36 Millionen Tiere gekeult; neben größeren Agrarbetrieben sind auch vier Kleinsttierhalter in Bestensee, Zeesen und Mittenwalde betroffen.

Die Behörden arbeiten daran, die Ausbreitungswege der Tierseuche nachzuvollziehen, darunter die Bewegungen von Tieren und tierischen Produkten zwischen den betroffenen Betrieben und Regionen. Ziel ist es, Infektionsketten zu identifizieren und weitere Ausbrüche einzudämmen. Der aktuelle Fall unterstreicht die Anfälligkeit der stark konzentrierten Geflügelhaltung für Seuchenereignisse und erhöht den Druck auf Betriebe und Aufsichtsbehörden, Biosicherheitsmaßnahmen konsequent umzusetzen.