Das Krankenhaus Geesthacht bleibt erhalten, wird aber künftig mit deutlich veränderten Strukturen arbeiten. Das Amtsgericht Schwarzenbek hat das Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung aufgehoben und damit den Weg für einen Neustart als spezialisierte Fachklinik freigemacht. „Für die Menschen in Geesthacht und der Region bedeutet diese Entscheidung vor allem eines: Das Krankenhaus bleibt“, sagte Geschäftsführer Lars Timm. Ein Sprecher des Gerichts bestätigte die Entscheidung.
Der Fortbestand des Standorts ist mit einem tiefgreifenden Umbau verbunden. Die Betreiber haben das frühere Akutkrankenhaus in eine Fachklinik umgewandelt, rund 250 Mitarbeitende mussten das Haus verlassen. Bereits im März war der Regelbetrieb in mehreren Bereichen eingestellt worden, darunter Geburtshilfe und Gynäkologie, die Intensivstation, chirurgische Stationen, die Notaufnahme sowie die Kardiologie. Das vorläufige Insolvenzverfahren war im Oktober eröffnet worden.
Seit April konzentriert sich die Klinik auf Geriatrie, Innere Medizin und Psychiatrie. Der psychiatrische Bereich umfasst neben der stationären Versorgung fünf Tageskliniken sowie psychiatrische Institutsambulanzen. Damit verlagert der Standort seinen Schwerpunkt weg von einer breiten Notfall- und Akutversorgung hin zu einer stärker spezialisierten, längerfristig ausgerichteten Behandlung.
Trotz der Einschnitte bleibt die Klinik ein Ansprechpartner für bestimmte Patientengruppen in der Region. Für kleinere internistische Notfälle steht wochentags zwischen 8 und 16 Uhr eine Anlaufstelle zur Verfügung, zudem hält die Fachklinik diagnostische Angebote einschließlich Radiologie mit Röntgen und Computertomografie vor. Timm betonte, das Haus werde zwar anders arbeiten als bisher, bleibe aber ein Ort medizinischer Versorgung im stationären und ambulanten Bereich.

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind 2024 und 2025 deutlich gestiegen und haben neue Höchststände erreicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts beliefen sich die Ausgaben im Jahr 2024 auf 538,2 Milliarden Euro. Für 2025 geht die Behörde auf Basis vorliegender und fortgeschriebener Daten von einem weiteren kräftigen Anstieg um 7,7 Prozent auf 579,5 Milliarden Euro aus. Damit nähert sich das deutsche Gesundheitswesen der Marke von 600 Milliarden Euro jährlich.
Im Jahr 2024 gaben Staat, Sozialversicherungen, Unternehmen und private Haushalte zusammen 6.444 Euro pro Einwohnerin und Einwohner für Gesundheit aus. Gegenüber 2023 entsprach das einem Plus von 37,9 Milliarden Euro oder 7,6 Prozent. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt stieg auf 12,4 Prozent, nach 11,8 Prozent im Vorjahr. Vor 30 Jahren lag dieser Anteil noch bei 9,5 Prozent. 1994 summierten sich die Gesundheitsausgaben auf 175,3 Milliarden Euro, umgerechnet 2.161 Euro pro Kopf – sie haben sich damit in drei Jahrzehnten mehr als verdreifacht.
Größter Ausgabenträger blieb 2024 die gesetzliche Krankenversicherung. Sie stand für 55,9 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben und kam auf 300,8 Milliarden Euro. Das waren 7,8 Prozent oder 21,7 Milliarden Euro mehr als 2023. Besonders dynamisch entwickelten sich die Kosten der sozialen Pflegeversicherung. Deren Ausgaben erhöhten sich um 11,3 Prozent beziehungsweise 6,5 Milliarden Euro auf 64,7 Milliarden Euro. Ihr Anteil an den gesamten Gesundheitsausgaben lag bei 12,0 Prozent. Das Statistische Bundesamt führt den starken Zuwachs insbesondere auf weiter steigende Ausgaben für Pflegegeld und Pflegesachleistungen sowie Leistungszuschläge für vollstationäre Eigenanteile nach § 43c SGB XI zurück.
Die Zahlen verdeutlichen den anhaltenden Kostendruck im deutschen Gesundheitswesen. Sowohl der absolute Betrag der Ausgaben als auch ihr Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Leistung haben sich in den vergangenen Jahren spürbar erhöht. Mit dem erneuten deutlichen Zuwachs im Jahr 2025 setzt sich dieser Trend fort. Wie sich die steigenden Ausgaben langfristig auf Finanzierung, Beitragssätze und Leistungsumfang der sozialen Sicherungssysteme auswirken, bleibt vorerst offen und dürfte in der Finanz- und Gesundheitspolitik weiter an Bedeutung gewinnen.