
FRANKFURT (dpa-AFX/awp international) - Der deutsche Leitindex Dax hat am Freitag eine äußerst schwache Börsenwoche mit weiteren Verlusten abgeschlossen. Nach anfänglichen Erholungsversuchen im frühen Handel gab der Index am Nachmittag nach und stand im Minus. Die Anleger reagierten weiterhin nervös auf die Entwicklungen im Nahen Osten, wo der Iran-Krieg das beherrschende Thema bleibt.
Obwohl die Kampfkraft des Irans nach US-Einschätzungen erheblich geschwächt ist, weitet Teheran den Krieg in der Region weiter aus. Besondere Verunsicherung löste zuletzt der deutliche Anstieg der Ölpreise aus, nachdem Katar vor schwerwiegenden Folgen des Konflikts für Energielieferungen gewarnt hatte. Die daraus resultierenden Inflationsrisiken wurden jedoch durch schwache Arbeitsmarktdaten etwas relativiert.
Die Wochenbilanz des Dax fällt mit einem Minus von gut sechs bis sieben Prozent tiefrot aus. Einen höheren Verlust verzeichnete der Index zuletzt Anfang April, als US-Präsident Donald Trump die Finanzmärkte mit Zollankündigungen in Aufruhr versetzt hatte. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, wies auf die mit dem Militäreinsatz verbundenen Risiken hin: "Der Angriff auf den Iran ist angesichts der Dimension des Militäreinsatzes und der generell fragilen Lage im Nahen Osten mit Risiken verbunden."
Laut Kater haben sich zwei zentrale Risiken - die systematische Zerstörung von Ölförderanlagen und die langfristige Schließung der Straße von Hormus - in den ersten Tagen nach den Luftangriffen nicht materialisiert. Sollte die Deutung zutreffen, dass der Iran und seine Helfer zu einer umfassenden Aktion nicht in der Lage sind, blieben die Auswirkungen auf Rohstoff- und Finanzmärkte weiter moderat. Derweil erholten sich im aktuellen Umfeld Aktien aus dem Rüstungssektor von ihrer jüngsten Talfahrt, da die Aussicht auf andauernde geopolitische Konflikte das Anlegerinteresse nährt.

Ein Berliner Gericht hat die Weitergabe personenbezogener Daten von in Deutschland ansässigen WhatsApp-Nutzern an Facebook für rechtswidrig erklärt und dem Messengerdienst eine entsprechende Übermittlung untersagt. Nach dem Urteil des Landgerichts Berlin II darf WhatsApp darüber hinaus auch jene Kontaktdaten, die im Account der Nutzer gespeichert sind und Personen betreffen, die den Dienst selbst nicht verwenden, nicht an Facebook weitergeben. Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der sich gegen Änderungen der Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie aus dem Jahr 2016 wandte.
Der vzbv hatte in dem Verfahren zusätzlich verlangt, bereits übermittelte Daten löschen zu lassen. Diesen weitergehenden Forderungen folgte die Zivilkammer nicht. Sie verwies darauf, dass WhatsApp erklärt habe, „nie Daten an Facebook als Verantwortlichen weitergegeben zu haben“. Konkrete Anhaltspunkte, die diese Darstellung widerlegen könnten, legten die Verbraucherschützer nach Gerichtsangaben nicht vor. Nutzer waren im August 2016 per Hinweis auf der Website und via Push-Nachricht über die Änderung der Bedingungen informiert und um Zustimmung gebeten worden.
Eine zentrale Rolle spielte in dem Verfahren eine bereits 2016 erlassene Anordnung des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit. Diese untersagte Facebook am 23. September 2016, personenbezogene Daten deutscher WhatsApp-Nutzer zu erheben und zu speichern. Im Prozess führte der Rechtsvertreter von WhatsApp aus, man habe daraufhin darauf verzichtet, entsprechende Daten in der Europäischen Union mit Facebook zu teilen. Das Berliner Gericht stützte sich in seiner Entscheidung auf diese Darlegung und die fehlenden gegenteiligen Belege der Klägerseite.
Trotz der teilweisen Zurückweisung der Klage bewertet der vzbv das Urteil als Erfolg. Verbandsvorständin Ramona Pop begrüßte insbesondere die Klarstellung des Gerichts, dass eine Einwilligung zur Verknüpfung persönlicher Daten nicht „erschlichen“ werden dürfe. Aus Sicht des Verbands versuchten Meta und andere Plattformen weiterhin, ihre Marktmacht auszubauen und Zustimmungen zur Datenverknüpfung mit aus Verbraucherschutzsicht fragwürdigen Methoden zu erlangen. Der Messengerdienst WhatsApp gehört seit 2014 zum Meta-Konzern, der die Integration seiner Dienste und Datenbestände in den vergangenen Jahren schrittweise vorangetrieben hat.