Iran-Israel-Konflikt dämpft Risikoappetit – Wiener Aktien verlieren auf breiter Front

10.06.2026


Der österreichische Aktienmarkt hat zum Wochenbeginn deutlich nachgegeben. Der Leitindex ATX schloss am Montag 1,29 Prozent tiefer bei 6.005,89 Punkten, der breiter gefasste ATX Prime verlor 1,23 Prozent auf 2.967,43 Zähler. Damit folgte Wien einem uneinheitlichen, von geopolitischen Risiken geprägten europäischen Umfeld. Zwischenzeitliche Entspannungssignale aus dem Nahen Osten sorgten zwar für eine leichte Stabilisierung, konnten die Verluste jedoch nicht vollständig wettmachen.

Im Fokus der Investoren standen die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen Iran und Israel. Beide Seiten meldeten Raketen- und Luftangriffe und warnten vor einer Eskalation, zugleich sorgten Erklärungen zur Beendigung der jeweiligen Operationen für vorsichtigen Optimismus. US-Präsident Donald Trump rief beide Länder wiederholt zur sofortigen Einstellung der Angriffe auf. Die zwischenzeitlich deutlich gestiegenen Ölpreise gaben im Tagesverlauf wieder einen Teil ihrer Aufschläge ab, was sich auch auf Energie- und Chemiewerte auswirkte.

Auf Unternehmensebene prägten vor allem Dividendenabschläge und Druck auf zyklische Sektoren das Bild. OMV-Aktien verloren im Verlauf rund 6 bis knapp 7 Prozent, wurden jedoch ex Dividende gehandelt und damit technisch belastet. Deutliche Rückgänge verzeichneten zudem Industriewerte wie Voestalpine und Wienerberger, die um etwa drei Prozent nachgaben. CA Immo zählte mit Abschlägen von rund 2 bis knapp 3 Prozent ebenfalls zu den größeren Verlierern, während Polytec im prime market nach Dividendenstichtag um 1,75 Prozent nach unten drehte.

Gegen den Trend konnten einzelne Titel zulegen. AT&S drehte nach anfänglichen Verlusten ins Plus und führte zeitweise die Gewinnerliste im Leitindex mit einem Anstieg von rund 4,2 Prozent an. Im prime market zeigten sich auch EuroTeleSites und FACC im grünen Bereich. Die Kursrückgänge bei den schwer gewichteten Banken fielen vergleichsweise moderat aus: RBI, Erste Group und BAWAG verbuchten jeweils nur geringe Verluste, ebenso der Versorger EVN. Insgesamt blieb das Nachrichtenaufkommen aus den heimischen Unternehmen überschaubar, sodass der Handel weitgehend von makroökonomischen und geopolitischen Faktoren bestimmt wurde.

Mister Spex ordnet Aufsichtsrat neu und bekräftigt Strategie für profitables Wachstum

15.06.2026


Mister Spex SE hat sich auf ihrer ordentlichen Hauptversammlung eine breite Rückendeckung der Anteilseigner für den eingeschlagenen Kurs gesichert. Rund 95 Prozent der abstimmenden Aktionärinnen und Aktionäre votierten für sämtliche Vorschläge der Verwaltung, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens hervorgeht. Die Versammlung fand virtuell statt, vertreten waren dabei rund 68 Prozent des Grundkapitals des nach eigenen Angaben zu den führenden Optikern in Deutschland zählenden Unternehmens.

Vor den Abstimmungen präsentierten CEO Tobias Krauss und CFO Benjamin von Schenck die Geschäftsentwicklung des Jahres 2025 sowie das strategische Zielbild von Mister Spex. Das Management skizzierte, wie der Optiker die Grundlagen für nachhaltiges, profitables Wachstum legen will. Im Zentrum steht eine schlankere und effizientere Organisationsstruktur, mit der das Unternehmen seine Position im Wettbewerb stärken und seine Omnichannel-Ausrichtung weiterentwickeln möchte.

Im Zuge der Hauptversammlung entlasteten die Aktionäre die im Geschäftsjahr 2025 amtierenden Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat. Zudem bestellten sie die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erneut zum Abschluss- und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2026. Damit bleibt der bestehende Prüfungsrahmen unverändert, was als Signal für Kontinuität in der Finanzberichterstattung gewertet werden kann.

Auf der Personalseite kam es zu einer Neubesetzung im Aufsichtsrat: Die Hauptversammlung wählte Dr. Michael Ahrens in das Kontrollgremium. Er folgt auf Pietro Luigi Longo, dessen Amtszeit mit Ablauf der Versammlung endete. Ahrens bringt langjährige Erfahrung in den Bereichen Omnichannel-Handel, Digitalisierung und Unternehmensführung ein. Parallel dazu bestätigten die Aktionäre Nicole Srock.Stanley als Mitglied des Aufsichtsrats und unterstreichen damit den eingeschlagenen Kurs in der Besetzung des Kontrollgremiums.