Das Tiroler Transport- und Logistikunternehmen Nothegger Transport Logistik GmbH mit Sitz in St. Ulrich am Pillersee ist insolvent. Am Landesgericht Innsbruck wurde am Montag auf Antrag der Österreichischen Gebietskrankenkasse (ÖGK) das Konkursverfahren eröffnet. Das 1992 gegründete Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 300 Mitarbeiter und unterhält neben dem Hauptsitz in Tirol auch Standorte in Hohenems (Vorarlberg), Wels und Pichl (Oberösterreich). Die Gläubigerschutzverbände Creditreform, KSV1870 und der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) bestätigten die Verfahrenseröffnung.
Die Passiva des Unternehmens belaufen sich laut AKV auf rund 15 Millionen Euro. Als Hauptgläubiger werden die ÖGK mit Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 3,2 Millionen Euro, das Finanzamt mit rund 1,8 Millionen Euro und Banken mit etwa 9,3 Millionen Euro genannt. Im Zuge des Insolvenzeröffnungsverfahrens seien zwar Teilzahlungen geleistet worden, eine Entkräftung der Zahlungsunfähigkeit sei jedoch nicht gelungen. Geschäftsführender Gesellschafter ist Karl Nothegger, weitere Anteile hält die Nothegger Holding GmbH.
Als wesentlicher Faktor für die finanzielle Schieflage werden Stundungen von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen während der Corona-Pandemie genannt. Laut KSV1870 habe das Unternehmen diese Möglichkeit "großzügig in Anspruch genommen" und sei bei fälliger Rückzahlung nicht in der Lage gewesen, entsprechende Vorsorge zu treffen. Zudem scheiterte laut Angaben des Geschäftsführers im Vorfeld der Insolvenz der geplante Einstieg eines Investors sowie der kurzfristige Verkauf einer Liegenschaft, wodurch notwendige Liquidität nicht rechtzeitig beschafft werden konnte.
Als Aktiva kann das Unternehmen seinen umfangreichen Fuhrpark einbringen. Die firmeneigenen Fahrzeuge werden auf 9,7 Millionen Euro geschätzt, hinzu kommen fremdfinanzierte bzw. Leasingfahrzeuge im Wert von etwa 7,4 Millionen Euro. Die Betriebsliegenschaft in St. Ulrich am Pillersee wurde mit 1,9 Millionen Euro bewertet, zudem bestehen Beteiligungen an verbundenen Unternehmen wie der Nothegger Immobilien GmbH. Ob eine Sanierung oder Fortführung des Betriebs angestrebt wird, ist derzeit noch unklar. Die Situation bedeutet unsichere Zeiten für die betroffenen Mitarbeiter.
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Der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB hat den größten Einzelauftrag seiner Firmengeschichte gewonnen. Die Energiesparte des Unternehmens soll in den kommenden Jahren acht Hauptkühlmittelpumpen für ein Kernkraftwerk in Osteuropa produzieren und ausliefern. Der Auftragswert liegt nach Unternehmensangaben bei mehr als 150 Millionen Euro und damit im hohen dreistelligen Millionenbereich. Zum Auftraggeber machten die Vertragspartner keine Angaben; wie in der Branche üblich wurde Stillschweigen vereinbart.
Gefertigt werden die Anlagen im Stammwerk im rheinland-pfälzischen Frankenthal. Jede der Großpumpen bringt mehr als 100 Tonnen auf die Waage und verfügt über eine Antriebsleistung von 8 Megawatt. Neben Konstruktion und Produktion übernimmt KSB auch die umfangreichen Tests, die für den sicheren Betrieb im Primärkreislauf des Kernkraftwerks notwendig sind. Dieser Bereich gilt als sicherheitskritische Zone des Reaktors, in der die Komponenten besonders strengen technischen Anforderungen unterliegen.
Hauptkühlmittelpumpen zählen zu den Schlüsselaggregaten eines Kernkraftwerks. Sie stellen sicher, dass das Kühlmittel kontinuierlich durch den Reaktorkern strömt, die entstehende Wärme abführt und so die Grundlage für die Stromerzeugung schafft. Der jetzt vergebene Auftrag soll nach Angaben des Unternehmens zur CO2-freien Stromerzeugung und zur Energiesicherheit in Europa beitragen. KSB sieht sich in diesem Segment als Marktführer für Kraftwerkspumpen und verweist auf seine technologische Kompetenz und langjährige Erfahrung im internationalen Projektgeschäft.
Das Management ordnet den Rekordauftrag in eine langfristige Wachstumsstrategie ein. Der weltweit steigende Energiebedarf führe zu anhaltender Nachfrage nach neuen Kraftwerksprojekten, heißt es aus dem Unternehmen. KSB will diese Entwicklung nutzen, um das Geschäft mit Großpumpen für Energieanlagen weiter auszubauen. Die jetzt beauftragten Reaktorkomponenten aus Frankenthal sollen über mehrere Jahre hinweg gefertigt und ausgeliefert werden und stärken die Position des Unternehmens im globalen Markt für Kraftwerkstechnik.